programm N, Strategien und Agenda, 2010

Ganzheitliche Ansätze für eine nachhaltige Architektur – programm N


Der Anlass
Die Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen sowie klima- und umweltbewusstes Handeln gehören inzwischen zum Guten Ton und sind bereits in Gesetzgebung und Alltag eingeflossen. Trotzdem erachten wir es als wichtig und richtig, unterschiedliche Aspekte und Maßnahmen nicht einzeln zu betrachten oder gezwungenermaßen in unsere architektonische Arbeit einzubeziehen. Gemäß programm N koordinieren wir sie stattdessen offensiv und ergänzen sie um weitere Faktoren, um einen ganzheitlich konzipierten Grünen Mehrwert zu erzeugen, der letztendlich Gewinn für alle Seiten bedeutet.

Der Grüne Mehrwert
Der Grüne Mehrwert eines ganzheitlich konzipierten Gebäudes nach Programm N zeigt sich nicht nur – neben den baulichen und ökologischen Optimierungen – in Imagegewinn und Gutem Gewissen von Bauherren und Nutzern, sondern auch langfristig im Wertgewinn.

Unter der individuell notwendigen Berücksichtigung von Planungs-, Projekt- und Ertragsrisiken zeigt sich dieser Wertgewinn unter anderem in
- den geringeren Betriebskosten und geringeren Lebenszykluskosten,
- dem höheren Marktwert,
- reduzierten Risiken,
- zufriedenen Nutzern, die u.a. längere Mietperioden, aber auch eine höhere Produktivität bedeuten,
- verminderten Leerständen,
- einer beschleunigten Neuvermietung,
- in möglichen Steuernachlässen (zum Beispiel Emissionssenkung) und verbesserter Finanzierung
- und im Imagegewinn und einer verbesserten öffentlichen Wahrnehmung/PR.
Insofern sollten nicht nur Neubauvorhaben, sondern auch notwendige Instandsetzungsmaßnahmen gezielt nach nachhaltigen Kriterien geplant und umgesetzt werden – denn gerade der Bestand bietet zum Teil große Potenziale.

Die Kriterien
- integrierte Planung von Anfang an
- Nutzerfreundlichkeit, Bedienfreundlichkeit (für größtmögliche Nutzerzufriedenheit: Effizienz der Maßnahmen, Werterhaltung)
- optimierte Aufteilung der zur Verfügung stehenden Flächen (Struktur-, Funktions- und Flächenmanagement, Flächeneffizienz, sowohl sinnvolle, auf Funktionalität und Raumqualität gleichermaßen konfektionierte Zonierung als auch Prüfung der Nutzung von Freiflächen)
- Flexibilität und Wandelbarkeit innerhalb der Nutzung, Mehrfachnutzungen, Ausloten von Umnutzungs- und Umbaupotenzial
- Raumqualität: Behaglichkeit, visueller, thermischer und akustischer Komfort, subjektive Aufenthaltsqualität
- Wahl der Konstruktionen und Materialien (Lebenszykluswerte, Treibhauspotenzial, Gesamtprimärenergiebedarf, Graue Energien, Instandhaltung/Reinigung, Recyclingfähigkeit, Rückbaubarkeit)
- Optimierung der nutzungsbezogenen Kosten im Lebenszyklus, Instandsetzungszyklen
- Energieverbrauch, Trinkwasserbedarf und Abwasseraufkommen (inkl. Gerätecheck), Abfallmanagement/Abfallrecycling
- Mobilitätskonzept
- hohe gestalterische Qualität (Werterhaltung, Wertschätzung, Nutzerzufriedenheit)
- Kostenmanagement
- Qualitätssicherung/Monitoring
- interne und externe Kommunikation/PR
- Nutzerinformation, Mediation