Wohnquartiere und Landschaftspark, Erlangen, 2009

Benedikt Schmitz, Maike Lück in SML Architekten

Identität
- Idee: zukunftsfähige, nachhaltige und lebenswerte „Gartenstadt im Landschaftsraum“ als westlicher Abschluss des Siedlungsbereichs Büchenbach-West

- definierte Übergänge zwischen Siedlungskörper und Landschaftsräumen

- 2 Landschaftsräume, die im Westen zu einem Landschaftsraum zusammenfließen: naturnaher Landschaftsraum entlang der Bimbach, städtisch geprägter Landschaftsraum der Infrastrukturen
- 3 eigenständige, selbstähnliche und ablesbare Gartenstädte mit jeweils eigenem zentralen Anger als Mittelpunkt (Grüne Mitte mit integrierten Spielmöglichkeiten für alle Altersklassen und unterschiedlich gestalteten Aufenthaltszonen)



- Landschaftspark als ortsprägendes Bindeglied:

- als neue Identität des Stadtteils (Aufwertung der zur Zeit monotonen Agrarlandschaft)

- Anschluss und Weiterführung des kommunalen Bandes bis in den Landschaftsraum Bimbachtal

- Landschaftsraum entlang der Bimbach erhält keilförmige Ausläufer als Korridore, die zum einen die Gartenstädte voneinander separieren und zum anderen die Verbindung herstellen zum Landschaftsband der Infrastrukturen sowie zu den nördlichen Siedlungsbereichen

- in den Landschaftsraum eingestreut werden Spiel-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, im Infrastruktur-Band entsprechende Nahversorgungseinrichtungen

- Korridore zwischen den Gartenstädten werden von Retentionsterrassen flankiert und inszenieren den Blick in die Landschaft

- Parkbild wird geprägt durch Jahreszeit markierende Streuobstpflanzungen, Lindenreihen markieren Siedlungsränder im Norden und Süden als vegetative Filter


- Forum Büchenbach:

- landschaftlich geprägtes Nahversorgungszentrum mit Bürgerhaus als Dreh- und Angelpunkt für die neue Siedlungsentwicklung und gleichzeitig als Schwelle zwischen Stadtteil und Landschaftspark

- große, multifunktionale Platzflächen mit unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten, Bündelung wichtiger Wegeverbindungen, Aufnahme der zentralen Bushaltestelle, freigehalten von MIV

- notwendige Stellplatzflächen unter Baumdächern und entlang der Ringstraße



- Naturraum Bimbachtal:

- Weiherkette wird zum hochwertigen Naherholungsgebiet für Büchenbach-West und seine neuen Gartenstädte

- neuer, naturnah gestalteter Verlauf der Bimbach separat vom Doktorsweiher

- Einstreuen von Gebäudeinseln in den Landschaftsraum als Blickfang und Raum für Naturschutzgruppen und Angelverein

- Anreicherung und Strukturierung des Bimbachtals durch standorttypische Gehölzarten

- Einrahmung des Tals durch extensiv gepflegte Wiesenflächen auf bewegter Topographie

Topographie
- als ein Element des Genius loci gestaltbestimmend für die Gartenstädte und den Landschaftsraum: Ausnutzen der leichten Wellenbewegungen zur Betonung von Kuppen (Gartenstädte) und Senken (Landschaftsraum)

- Nachzeichnen der Topographie in der (Bebauungs)Struktur; der Rücken der Kuppe verläuft entlang der Haupterschließung und tangiert den zentralen Anger


Struktur

- Abwechslung von unterschiedlich ausgeprägten Reihen und Gartenhöfen

- zukunftsfähige, nachhaltige Kompaktheit und städtische Dichte

- klare Orientierung nach Süden, der Topographie des Ortes folgend
- Raumkanten der einzelnen Gartenstädte zum Landschaftsraum nach Osten und Süden weicher und Übergänge formend, nach Norden und Westen stringenter die Siedlungskante ausbildend

- innerhalb der Gartenstädte klare Raumkanten zur Formulierung der öffentlichen Räume


Typologie und Vielfalt

- Mischung unterschiedlicher Wohn- und Eigentumsformen für unterschiedliche Lebensentwürfe und Altersklassen in jeder Gartenstadt

- freiraumbezogenes Wohnen im Doppelhaus, in der Reihe und in Gartenhöfen

- raumbildende Strukturen mit raumprägender Gliederung (teilweise über Gartenhofmauern und Gartenhäuser), Setzung von räumlich wirksamen Schwerpunkten

- Inszenieren von Ausblicken in die Landschaft und in das Bimbachtal

Erschließung

- Grundsatz Entschleunigung, Vorrang Fußgänger und Radfahrer vor MIV

- Verkehrsflächen im Wohngebiet werden zu multifunktionalen Flächen mit Aufenthaltsqualität, insbesondere Stichstraßen als wohnungsnahe Platzflächen für die Anwohner

- separate und minimierte Erschließung für motorisierte Fahrverkehre der einzelnen Baufelder der Gartenstädte, Vernetzung der Gartenstädte untereinander über Rad- und Fußwege, ebenso Anbindung an Landschaftsraum und Versorgungszentrum sowie sekundäres System von Fußwegen innerhalb der Gartenstädte

- ruhender Verkehr wird möglichst in die Bebauung integriert - Versorgungszentrum eingebettet in eine Shared Space Fläche (ohne MIV)




Wasser und Rigolen

- Niederschlagswasser wird in offenem, oberflächennahem Entwässerungs- und Versickerungssystem aus Mulden und Rigolen gesammelt
- jede Anliegerstraße erhält eine entsprechende Entwässerungsrinne als ein auch den Freiraum der direkten Nachbarschaft prägendes gestaltendes Element
- als „Botschafter der Bimbach“ werden Infrastrukturelemente („Fischchen“) in den Landschaftsraum eingestreut